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ÜBER MICH

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Worte: Eine Liebeserklärung.

Für mich gibt es kaum etwas Schöneres als Worte. Schwarze Buchstaben auf weißem Papier. Ich kann mir keine loyaleren Gefährten vorstellen, denen ich meine Zeit lieber widmen würde. Auf sie ist Verlass – ganz egal, was in der sogenannten realen Welt vor sich geht. Und obwohl sie keinen Laut von sich geben und die leeren Seiten auf ganz leise, sanfte und behutsame Weise schmücken, besitzen sie doch die Macht, mich in andere Welten eintauchen zu lassen; die Tiefe, mich auf ihren Wellen in fließenden Bewegungen an Orte zu tragen, die mir ohne ihre Hilfe immer verborgen blieben. Sie sind wahre Alleskönner: Spenden Trost, schenken Hoffnung, bringen mich zum Weinen und zum Lachen, lassen mich verstummen und wühlen all meine Emotionen auf, um sich dann wieder besänftigend und wohlwollend um mich zu schmiegen. Sie sind mein Rückzugsort, mein sicherer Hafen. Wenn alles um mich herum in Chaos zerfällt, bleibt ihre Ordnung beständig.         

Schreiben.
Und Schreiben ist ein bisschen wie Zaubertränke mischen: Man bedient sich eines Buchstabens, mixt ihn mit fünf oder vier anderen, tauscht einen von ihnen nochmal aus, wirft ihn in ein paar andere wilde Wortkombinationen hinein, bis dann – alles passt. Etwas vollkommen Neues entstanden ist, etwas, das so noch nie existierte. Nichts beruhigt mich mehr, als Buchstaben aneinanderzufügen, aus ihnen harmonische Symphonien zu komponieren und die Worte miteinander zu neuen Texten verschmelzen zu lassen. Wenn wir es wollen, dann hüten sie unsere Geheimnisse. Sie sind der Ort, an dem wir bedingungslos ehrlich sein dürfen, denn sie verurteilen uns nicht. Sie schenken uns die Möglichkeit, unsere eigene Welt zu kreieren. Immer wieder neu. Immer wieder, wie wir wollen. 

Dies und das und ein bisschen Melancholie.

Am Tag träume ich mich in andere Welten, in der Nacht liege ich stundenlang da und zerdenke das Leben. Vielleicht ist das meinem Sternzeichen geschuldet. Pisces. Andererseits – hat die Nacht eine unbeschreiblich tiefe Anziehungskraft auf mich. Wenn sie die Welt in tiefe Dunkelheit und wunderschöne Stille taucht und der blasse Mond ganz zart in meine Wohnung scheint, habe ich das Gefühl, mit allem verbunden zu sein. Ja, wenn es nach mir ginge, würde ich viel mehr Nächte zum Tag machen – bei Kerzenschein lesen, im Mondlicht tanzen und die Helligkeit meines Macbook-Displays reicht aus, um die Zeilen eines Worddokuments zu befüllen. Ich schneide sogar meine Haare nach dem Mondkalender, wofür mich meine Freunde belächeln.

Die schönen Dinge.

Doch das ist okay, denn das ist es, was das Leben schön macht: Vielfalt. Ich liebe es, wenn die Sonne morgens aufgeht und die unberührte, kühle Luft wachküsst, bevor der Tag richtig beginnt. Ich liebe die Natur, liebe gutes Essen und den ersten Schluck vom Kaffee, den Duft von Schokolade und weiße Bettwäsche. Kriege nie genug von tiefen Gesprächen und unerwartet echten Begegnungen und davon, mit Herzensmenschen stundenlang über unwichtige Nichtigkeiten zu philosophieren. So lange gemeinsam zu lachen, bis der Bauch wehtut. Ich will jeden Moment aufsaugen, alles um mich herum ganz genau wahrnehmen und dann sicher verwahren, jedes Erlebnis möglichst detailgetreu abspeichern. Denn das ist alles, was wir wahrhaftig besitzen – Erinnerungen. Also – und davon bin ich überzeugt – sollten wir unbedingt Fehler machen. Viele Fehler. Aus ihnen lernen, vielleicht auch erst beim dritten Anlauf. Macht nichts. Dinge wagen, Irrwege in Kauf nehmen, denn wir brauchen beides. Leben ist Veränderung. Geschichten sind Leben. 

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